Entwicklung des Hip Hop – vom Oldschool-Hip Hop zum Gangster Rap

Veröffentlicht am 08. Nov, 2011 von in Musikrichtung | Keine Kommentare

Hip Hop stammt bereits aus den späten sechziger Jahren. Der Begriff Hip Hop hat keine Bedeutung. Gründer oder Pioniere dieser Musikform sind die heut wenig bekannten Musiker Lovebug Starski und DJ Hollywood. Ihren Ursprung hat die Hip Hop Musik in der schwarzen Funk- und Soul-Musik.




Die Anfänge des Hip Hop Styles

Der für Hip Hop typische Rap (Sprechgesang) entstand aus der jamaikanischen Tradition des Toasting (ebenfalls Sprechgesang). Sampeln (Veränderungen eines Klangbildes) und Scratchen (kratzendes Drehen der Schallplatten) gehören unverwechselbar zum Hip Hop. Hip Hop entstand in den schwarzen Ghettos der USA. In den siebziger Jahren fing die Entwicklung des Hip Hop an und begann seinen Siegeszug in der Musikgeschichte. 1973 beginnt Kool DJ Herc damit, nur den Beat eines Musikstückes zu wiederholen und so zwei verschiedenen Beats zu montieren. Auf den von Kool DJ Herc veranstalteten Block Partys treten die ersten B-Boys zum Breakdance auf. Weitere DJs lassen sich von Kool DJ Herc inspirieren. 1976 veranstaltete Afrika Bambaataa seine erste Hip Hop Party. Aus seinen Breakdancern geht später die bekannte Zulu-Nation hervor. Grandmaster Flash treibt die Entwicklung weiterer DJ-Techniken voran, darunter dass Cutting, das Backspinning und das Phasing. Der DJ Grandwizard Theodore schließt die Entwicklung der Techniken mit der Erfindung des Scratchen ab.

Sprechen statt Singen: Rap

Das zum Hip Hop gehörende Rappen lässt sich in seinen Ursprüngen zeitlich nicht nachweisen. Die Last Poets sind mit ihrem politischen Rap die ersten bedeutenden Rapper. Die MCs, die Masters of Ceremony, entwickelten in diesen Jahren das eigentliche Rappen. Sie waren die Begleiter der DJs, die mehr oder weniger durch das Programm führten und moderierten. Dabei animierten sie mit ihrem Sprechgesang die Besucher zum Tanzen oder begrüßen Besucher. LPs gibt es aus dieser Zeit wenige, da die Musikindustrie den Hip Hop als chancenlos einstufte. Der ersten Single erschienen Ende der siebziger Jahre. Mit Rapper’s Delight der Sugarhill Gang gelang der erste überraschende Erfolg mit über 8 Millionen verkauften Platten. Kurtis Blow war der erste große Rapper, der erfolgreich seine Alben verkaufte.

Hip Hop setzt sich durch – Erfolg in den 80er Jahren

Die Musikindustrie hatte den Hip Hop nun für sich entdeckt und die Entwicklung des Styles ging rasant voran. Blondie mit Rapture und Falco mit Der Kommissar machten auf sich aufmerksam. Zahlreiche DJs veröffentlichten in den nächsten Jahren erfolgreich ihre Alben. Die DJ-Techniken verfeinerten sich. Die DJs standen nicht mehr nur auf ihren Partys im Mittelpunkt sondern konnten nun auch auf ihren Alben ihre Kunstfertigkeiten beweisen. Ab 1980 formulierten die ersten Rapper sozialkritische Inhalte und wiesen auf das Leben im Ghetto hin. Missstände in der Gesellschaft rückten in den Mittelpunkt der Musik.

Rock meets Hip Hop

Crossover Stücke fanden reizenden Absatz. Hip Hop und Einflüsse der Rockmusik vermischten sich und schufen neue Formen des Hip Hop. Die Beasty Boys mit Fight For Your Right (To Party) und Run-D.M.C. mit Aerosmith mit dem Song Walk this Way gehörten zu den erfolgreichen Musikern.

Hip Hop als politische Kunst

1988 wandelte sich die Partymusik des Hip Hop entgültig. Sie wurde abgelöst von politischen Texten und der Sound wurde hart und prägend. Public Enemy mit It Takes A Nation Of Millions To Hold Us Back wurde die bedeutendste Hip Hop Platte der 80iger Jahre. Der bisherige Hip Hop wurde vom Conscious Rap abgelöst. Der Gangsta Rap schildert hingegen die Kriminalität und Gewalt im Leben. Dabei nehmen die Künstler Abstand von einer moralischen Positionierung. Kritiker des Gangsta Raps werfen den Rappern vor Gewalt in ihren Rhymes zu verherrlichen, statt Lösungswege zu zeigen. Die Lieder sind geprägt von der Beschreibung der Gewalt auf den Straßen, der Kriminalität und der scheinbaren Ausweglosigkeit. N.W.A. und Public Enemy sind die wohl bedeutendsten Vertreter des Gangsta Raps.

Bild: Sergey Chernov – FotoliaSimilar Posts:

Tags: , , ,

Kommentare sind geschlossen.

München kulturell erleben – Konzerthighlights 2013Städtereisen für MusikliebhaberGEMA versus YouTube – worum geht der Streit?Songs für ein Roadmovie mit Mads Mikkelsen gesuchtMoney, Money, Money – die erfolgreichsten Songs über GeldEntwicklung der Elektromusik-Szene in DeutschlandDie Rolling Stones: eine ErfolgsgeschichteDie größten Musikveranstaltungen DeutschlandsDer Club 27 – warum sterben viele Musiker so früh?