Entwicklung der Elektromusik-Szene in Deutschland

Veröffentlicht am 08. Nov, 2011 von in Musikrichtung | Keine Kommentare

Elektronische Musik, oft auch einfach nur Elektromusik oder Techno genannt, bezeichnet eine ganz eigene Sparte der Musikkultur. Sie bezeichnet grundlegend die Verwendung elektronischer Musikinstrumente. Jedoch darf Elektromusik, wie wir sie heute kennen, nicht mehr mit den Ursprüngen der elektronischen Musik verglichen und gleichgesetzt werden.

Die Geschichte der Elektromusik: von der Sparten- zur Weltszene

Denn elektronische Musik als solche trat erstmalig 1940 auf – in verschiedenen Kompositionen, aber auch in Filmen. Erst ab den 70er Jahren etablierte sich die Elektromusik und schuf mit ihren heute sehr eigenwilligen und zum Teil futuristischen Formen einen ganz neuen Musikmarkt – vor allem auch in Deutschland. Mit Bands wie Kraftwerk entstand nicht nur eine vollkommen neue Musikkultur, sondern auch eine gänzlich neue Kulturszene.

Kunst vs. Pop

Vor allem während ihres Durchbruchs in den 80er und 90er Jahren wurde elektronische Musik in Deutschland und auch über die deutschen Grenzen hinaus, mitunter als Kunstform angesehen. Das lag sicher auch an den oftmals schrillen Flyern und Plakaten, die bei den Veranstaltungen der Szene zum Einsatz kamen. Beim Versuch, die moderne Elektromusik an sich in künstlerische Formen umzusetzen, wurde also eine ganz eigene Kunstszene geschaffen: die Techno- und Elektrokunst.

Fankreise der Unterszenen in Deutschland

Zu Beginn noch recht schwer in verschiedene Unterkategorien und Sparten einteilbar, stellte die Elektroszene in Deutschland sehr groß und abwechslungsreich dar. Sie versammelte Fans und Kenner verschiedener Stile und Unterarten oft zu einer großen Veranstaltung. Erst später kristallisierten sich Unterszenen wie die des “Trances”, des “Dark Trances”, des reinen “Elektros” oder auch des “Technos” heraus – und mit den Jahren folgten zahlreiche weitere Unterkategorien. Diese brachten weitere Veranstaltungsreihen mit sich, die sich ebenfalls weltweit an großer Beliebtheit erfreuten. Allerdings fand vor allem die Techno-Szene ihren größten Fankreis in Deutschland. Dennoch pilgerten bis zum tragischen Ende im Jahre 2010 jährliche Millionen Fans aus allen Teilen der Welt zur bekannten “Loveparade”. Diese wurde 1989 in Berlin ins Leben gerufen und galt jahrelang als die größte Techno- und Elektromusikveranstaltung der Welt.

Die Weltszenestadt Berlin

Berlin gilt übrigens auch heute noch als Zentrum der Elektro- und Technoszene – nicht nur, weil die Loveparade hier ihren Anfang fand. Auch die Szene konnte in Deutschland ihre ersten wirklichen Erfolge in der kulturell sehr aufgeschlossenen Metropole verbuchen. Zahlreiche Plattenlabel, die sich ausschließlich auf die Szene konzentrieren, weisen ihren Sitz in Berlin vor. Ähnlich sieht es mit unzähligen Szeneclubs und Veranstaltungsreihen aus, die immer noch regelmäßig Tausende Szenefans und -Kenner in die Metropole locken. Der Szeneclub “Tresor” gilt beispielsweise als der beliebteste Technoclub der Welt, während allerdings auch heute noch viele kleinen Clubs wie der “Dice” und auch der “GMF” die Anfänge der Szene in leeren aber grell beleuchteten Industriehallen und Kellerräumen aufleben lassen. Immer wieder und das Wochenende für Wochenende – und nicht selten wird hier ohne Gnade und Pause gemeinsam von Freitagabend bis Montagfrüh durchgefeiert.

Fotoinhaber: Wendy Kaveney – Fotolia

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